
Ein Schritt ins Ungewisse
Washington 1891.
Kate Livingston ist begeistert, als ihr eine Stelle in der Forschungsabteilung eines renommierten Krankenhauses angeboten wird. Doch dann erfährt sie, dass sich hinter dem weltberühmten Arzt Dr. T. M. Kendall, ihrem zukünftigen Chef, kein anderer verbirgt als ihr einstiger Widersacher Trevor McDonough. Ausgerechnet für den Mann, der ihr einst das ersehnte Collegestipendium wegschnappte und damit ihre einzige Chance zu studieren nahm, soll sie jetzt arbeiten?
Als Kate die Stelle wider besseres Wissen antritt, ahnt sie nicht, dass dieser Schritt ins Ungewisse ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird ...
Format: ePUB
Bestellnummer: 331795
ISBN: 978-3-86827-795-1
2. Auflage, erstmals erschienen im Juni 2016
Preishit
Papierausgabe vergriffen.
€ 12,99 inkl. MwSt.
Leseprobe
Prolog
Washington D. C. , 1879
Nur eins war für Kate Norton noch schöner, als zu gewinnen: wenn Trevor McDonough dabei den Kürzeren zog. Trevor war seit dem ersten Tag in der Schule ihr Erzfeind gewesen. Vier Jahre lang hatten sie beide nur Bestnoten bekommen und nun war zum ersten Mal in der Geschichte der Schule strittig, wer als bester Schüler die Abschlussrede halten sollte.
Alles hing von den Ergebnissen des heutigen Tests ab - nicht nur die Rede, sondern auch das Stipendium für das College.
Über vierzig Schaulustige hatten sich ins Klassenzimmer gequetscht und machten es eng und stickig. Kates Korsett und Stehkragenbluse taten das Ihrige. Sie und Trevor standen vorn und lieferten sich ein Duell im Buchstabieren, das sich nun schon über vierzig Minuten hinzog. Das Publikum wartete nur darauf, dass einer sich verhaspelte. Kates Vater saß in der ersten Reihe, wischte sich den Schweiß von der Stirn und sah aus, als würde er jeden Augenblick ohnmächtig werden. Trevor lag vorn. Er hatte Biologie, Chemie und Physik gewonnen, während Kate in Rechnen und Geschichte besser gewesen war. Nun blieben nur noch Rechtschreibung und Trigonometrie und Kate musste beide Fächer gewinnen, um das Stipendium und damit ihren einzigen Weg zum College nicht zu verlieren. Alle Augen richteten sich auf Trevor, während der Schuldirektor das nächste Wort verlas.
„Mr McDonough, buchstabieren Sie bitte asketisch“, forderte er ihn auf. „Askese, ein ‚überaus hohes Maß an Selbstbeherrschung gepaart mit einem Mangel an Lebensfreude‘. “
Wie passend.
Trevor McDonough war der größte Asket auf Erden. Kate warf ihm einen Blick zu. Wie er schon dastand - groß, schlaksig, verkniffenes Gesicht, die dicke schwarze Strähne über der Stirn, die seine mürrischen dunklen Augen verdeckte.
Kates sechsjähriger Bruder klammerte sich in der ersten Reihe ans Bein ihres Vaters. „Keine Angst, du Klette“, flüsterte sie ihm zu. Eigentlich hieß er Timothy, aber die Vorliebe, mit der er sich an andere Menschen klammerte, hatte ihm den Spitznamen eingebracht.
Trevor schluckte und bat um eine Wiederholung des Wortes. Kate hatte einen natürlichen Vorteil, wenn es ums Buchstabieren ging. Als Trevor damals in die Schule gekommen war, hatte ihm sein starker schottischer Akzent bei der Rechtschreibung öfter einen Streich gespielt. Aber er lernte schnell. Er beobachtete genau, wie die anderen sprachen, und trainierte sich seinen Akzent nach und nach völlig ab. Kate hielt die Luft an, als Trevor ansetzte.
Er machte einen Fehler. Adrenalin schoss durch Kates Adern. Wenn sie jetzt asketisch richtig buchstabierte, hatte sie diesen Test gewonnen. Die Spannung im Raum wuchs. Vierzig Leute standen auf ihrer Seite des Klassenzimmers: ihre Familie, ihre Freundinnen aus der Schule und ein paar Gäste aus dem Logierhaus. Sogar der Briefausträger und der Milchmann waren gekommen, um sie zu unterstützen.
Auf Trevors Seite stand nur eine einzige Person: der Kutscher, der ihn jeden Tag zur Schule brachte. In seinem dunkelblauen Mantelrock mit goldenen Paspeln und in den glänzenden schwarzen Stiefeln war er der am besten gekleidete Mann im Raum.
Trevor lebte wie die Made im Speck. Er wohnte in einer großen Villa und hatte einfach alles. Kate wusste zwar nicht, was mit seinen Eltern war, aber sein Vormund war ein reicher Senator aus Maryland. Trevor bekam sein Abendessen bestimmt auf einem Silbertablett präsentiert, während sie für dreißig Gäste im Logierhaus das Essen heranschleppen musste.
„Miss Norton, asketisch. “
Sie schloss die Augen. Bitte . . .
Dann buchstabierte sie das Wort ohne Fehler. Die Menge jubelte, als sie zur Gewinnerin dieses Tests erklärt wurde. Ihr Vater sprang auf und umarmte sie ungestüm. Der Hausmeister der Schule schmunzelte und klopfte ihr auf die Schulter. Kate blinzelte eine Träne fort und versuchte, ruhig zu atmen.
Sie durfte sich nicht zu früh freuen. Noch musste sie den Trigonometrietest gewinnen, bevor sie als beste Schülerin die Abschlussrede halten durfte. Die nächsten zwanzig Minuten würden darüber entscheiden, ob sie aufs College gehen oder weiter im Logierhaus schuften musste.
Nicht dass die Arbeit im Logierhaus an sich schlimm war, aber sie hatte so viele Träume . . .
„Sie haben zwanzig Minuten Zeit, um die Gleichungen zu lösen“, erklärte der Schuldirektor. „Der Gewinner erhält das Stipendium. “
Zwei Tafeln wurden auf quietschenden Rädern ins Klassenzimmer gerollt. Auf ihnen standen identische Gleichungen. Kate und Trevor stürzten jeder zu einer Tafel und machten sich an die Arbeit. Das einzige Geräusch im Raum war das emsige Quietschen der Kreide auf dem glatten Schiefer. Kate war ihren Fingern in Gedanken weit voraus und spulte die Lösungsschritte ab, aber Trevor neben ihr schrieb genauso schnell.
Der Wettstreit mit Trevor McDonough hatte gleich am ersten Schultag angefangen. Wie ein Aasgeier hatte er sie sofort als einzig ernst zu nehmende Konkurrenz ausgemacht. Egal in welchem Fach - immer versuchten sie sich gegenseitig auszustechen. Natürlich ging es hauptsächlich um die Zensuren, aber irgendwann waren auch andere Dinge dazugekommen. Wessen Stein weiter übers Wasser sprang. Wer das längste Gedicht aufsagen oder am längsten die Luft anhalten konnte.
Ihr Haarknoten rutschte allmählich zu einer Seite, aber sie durfte sich jetzt nicht ablenken lassen. Sie musste die Gleichungen fehlerfrei lösen, dann würde sie aufs College gehen! Ihre Hand zitterte, als sie das Ergebnis der letzten Gleichung notierte.
„Die Zeit ist um!“, rief der Schuldirektor mit einer Taschenuhr in der Hand und wartete, bis Kate und Trevor die Kreide abgelegt hatten.
Kate schob ihre roten Haare zurecht und schielte auf Trevors Lösung. Er tat dasselbe. Seine dunklen Augen verrieten dabei keinerlei Emotion. Für ein ungeübtes Auge mochten die trigonometrischen Gleichungen wie Hieroglyphen aussehen, aber Kate fielen sofort zwei Stellen auf, wo sie und Trevor sich für unterschiedliche Lösungswege entschieden hatten.
„Bitte treten Sie zurück, während ich die Ergebnisse benote“, sagte der Schuldirektor, der das Blatt mit der Lösung in der Hand hielt. Wer war besser? Ihr Lösungsweg war länger. Trevors Rechnung sah kompakter und eleganter aus.
Der Direktor trat vor das Klassenzimmer. In seinem Gesicht spiegelte sich Unbehagen wider. Papa stellte sich hinter Kate. Ihre Mutter stand neben ihr.
„Es war uns eine Freude, zwei so begabte Schüler in unseren Reihen zu haben“, setzte der Schuldirektor an. „Egal, was ihre Zukunft bringen wird, ich bin mir sicher, dass sie unsere Gesellschaft bereichern und Großes vollbringen werden. Leider kann die Schule nur für einen Schüler pro Jahrgang die Kosten der College-Ausbildung übernehmen. In diesem Jahr wird diese Ehre Mr Trevor McDonough zuteil. “
Kate wurde schlagartig heiß, dann schwindlig. Ihr Vater hielt sie fest. „Nicht so schlimm“, murmelte er, aber er klang enttäuscht.
Doch, es war schlimm. Sie würde den Rest ihres Lebens damit verbringen, Wäsche zu waschen und dreckige Teller im Logierhaus zu spülen. Sie schielte über die Schulter ihres Vaters zu Trevor. Er brauchte das Stipendium doch überhaupt nicht! Seine goldene Uhr war sicher teurer als der Jahresumsatz ihrer Eltern. Der Direktor schüttelte Trevor die Hand. Sonst gratulierte niemand.
Um Kate drängte sich die Menschenmenge. Alle umarmten sie und klopften ihr tröstend auf die Schulter. Sie musste irgendwas sagen. Sie musste so tun, als wären ihre Hoffnungen und Träume nicht gerade zerplatzt. „Das wird schon“, stammelte sie und versuchte, es auch so zu meinen. Timothy schob sich durch die Menge und umklammerte ihre Hüfte. „Hast du gewonnen?“, piepste er und sah sie erwartungsvoll an.
Was sollte sie sagen? Sie hatte das Gefühl, ihre ganze Nachbarschaft enttäuscht zu haben, nicht nur ihren kleinen Bruder, für den sie die große Alleskönnerin war.
Ihre Mutter zog ihn fort. „Komm“, sagte sie leise.
Im Augenwinkel sah sie, wie Trevor das Zimmer verließ, gefolgt von seinem Kutscher.
„Geh und gratuliere ihm“, sagte ihr Vater. Kate schob ihn von sich, um zu sehen, ob er es ernst meinte. Er sah müde aus, besorgt, aber er nickte. „Ich weiß, das fällt dir nicht leicht, aber es ist das Richtige. Gib ihm die Hand und wünsche ihm alles Gute. “
Kate wollte ihre Hand lieber in ein Fass mit Säure tauchen. Hätte sie diesen freudlosen, fürchterlichen Jungen bloß nie kennengelernt. Abgesehen von seiner Intelligenz hatte er nichts, aber auch gar nichts Gutes an sich. Kate straffte die Schultern und folgte Trevor durch den Flur bis nach draußen in die kühle Frühlingsluft. Die Nachmittagssonne schien und der Himmel war kristallblau. Das machte es nur noch schlimmer.
„Glückwunsch. “
Trevor blieb stehen, das Gesicht wie immer ausdruckslos. Seine schwarzen Augen wirkten durch das blasse Gesicht wie Kohlestücke. Schließlich machte er einen Schritt vor und gab ihr die Hand. „Danke“, murmelte er und kletterte in die bordeauxfarbene Kutsche mit Samtpolstern.
Kate sah dem Pferdegespann nach, dessen Räder Staub aufwirbelten. Trevor McDonough erwartete eine glorreiche Zukunft, so viel war sicher. Er war reich, privilegiert und intelligent. Trevor brauchte das Stipendium überhaupt nicht. Seltsam, dass er beim Händeschütteln gezittert hatte; wie eine in die Ecke gedrängte Maus.
Kate tötete jedes Mitleidsgefühl in sich ab. Er hätte sich Freunde suchen können, wenn er gewollt hätte. Wenn er nicht so mürrisch gewesen wäre und jedem eine Abfuhr erteilt hätte, der nett zu ihm sein wollte, wäre er nicht zum Außenseiter geworden.
Kate hoffte von ganzem Herzen, dass sie Trevor McDonough zum letzten Mal gesehen hatte.
Kapitel 1
Zwölf Jahre später
Washington D. C. , 1891
Kate hatte den Brief in der letzten Woche so oft gelesen, dass sie ihn auswendig konnte. Sie begriff einfach nicht, wieso ein weltberühmter Arzt ausgerechnet sie als Bewerberin für eine angesehene Stelle im Washington Memorial Hospital auserkoren hatte.
Reihenweise Frauen an Rechenmaschinen umgaben sie. Sie alle fütterten die Maschinen emsig mit Lochkarten, sodass der riesige Saal mit Klackern, Brummen und Rattern erfüllt war. Früher hatte Kate ihre Arbeit im Statistikamt geliebt. Daten zu untersuchen, um die Welt besser zu verstehen, machte ihr Spaß und war genau das Richtige für sie und ihr Zahlentalent. Aber das war, bevor die Maschinen Einzug gehalten hatten.
Landauf, landab waren Statistiker im vergangenen Jahr von Maschinen verdrängt worden. Es schien, als gäbe es in der ganzen Stadt kein Büro mehr ohne Rechen- oder Tabelliermaschine. Noch brauchte man genug statistische Prognosen von Menschen mit einem guten Zahlengedächtnis, aber diese Stellen wurden an Männer vergeben.
Männer mit College-Abschluss.
Kate schob den Gedanken fort. Morgen früh hatte sie im Washington Memorial Hospital ein Bewerbungsgespräch für eine Stelle, in der es um Datenauswertungen und die frühzeitige Erkennung von Krankheitsentwicklungen ging. Noch nie hatte sie sich so sehr eine Veränderung gewünscht. Sie wollte raus aus diesem Bienenstock, wollte endlich etwas tun, was auch ihren Kopf beanspruchte.
„Machst du es wirklich?“ Betsy Waters beugte sich von ihrer Tabelliermaschine herüber.
Kate schob den Brief erschrocken unter einige Akten. „Ich muss“, raunte sie zurück. „Sonst bereue ich das für den Rest meines Lebens. “
Trotzdem fragte sie sich, wie Dr. T. M. Kendall von ihrer Existenz erfahren hatte. Es gab Dutzende Statistikerinnen, die durch die neuen Erfindungen arbeitslos geworden waren. Warum ausgerechnet sie?
„Ich hoffe, Mr Gertsmann setzt dich nicht gleich vor die Tür“, sagte Betsy. „Letty Smitson hat er letztes Jahr gefeuert, nur weil sie die Stellenanzeigen vom Finanzministerium gelesen hat. “
Kate kannte die feindselige Einstellung ihres Vorgesetzten nur zu gut. Er ließ sie jede Angestellte spüren, die auch nur ihren Kopf hob und sich Hoffnungen auf etwas außerhalb des Bienenstocks machte. Dabei war Washington schon immer ein Sonderfall gewesen, was die Anzahl von Frauen als Büroangestellte betraf. Die Regierungsbehörden brauchten Unmengen an Mitarbeitern und diese Tatsache öffnete ihnen in einer kleinen Stadt wie Washington die Türen. Fast ein Drittel der Belegschaft in den Behörden bestand aus Frauen, aber die meisten von ihnen arbeiteten unter der Fuchtel von Männern wie Mr Gertsmann, der Kates Bitte um drei Stunden Freistellung mit einem langen, finsteren Blick quittierte.
„Ich verlange den Grund zu erfahren, warum Sie mitten in der Woche der Arbeit fernbleiben wollen“, dröhnte Mr Gertsmann. „Ich werde diese mangelnde Disziplin nicht ohne eine gute Erklärung dulden. “
„Sir, ich brauche nur drei Stunden morgen Vormittag. Um elf bin ich im Büro. “ Kate musste um jeden Preis vermeiden, dass er den wahren Grund erfuhr. Sonst würde er sie an Ort und Stelle rausschmeißen.
„Ohne triftigen Grund lasse ich Sie nicht durch die Stadt scharwenzeln, nur dass das klar ist. “
„Ich arbeite hier seit zwölf Jahren“, entgegnete Kate. „Und in all dieser Zeit habe ich erst ein Mal gefehlt. “
„Ja, aber dann auch gleich eine ganze Woche und dazu noch ohne jede Vorwarnung. “
Kate schnappte nach Luft. „Damals ist mein Mann gestorben! Mich hat auch niemand gewarnt, dass sein Gerüst an diesem Tag zusammenstürzen würde. “ Sie blinzelte mehrmals. Der Unfall lag vier Jahre zurück und sie musste nur noch selten deswegen weinen, aber Nathans Tod auf so herzlose Art vorgeworfen zu bekommen, weckte in ihr das Bedürfnis, irgendetwas kaputt zu machen.
Die anderen Frauen im Büro warfen ihr mitfühlende Blicke zu. Mr Gertsmann behandelte alle Frauen von oben herab, aber Kate ließ er seine Wut immer besonders spüren.
„Ein Trauerfall liegt offensichtlich nicht vor, also muss ich darauf bestehen, dass Sie den Grund für Ihre Abwesenheit nennen. “
Das Klackern der Maschinen ließ etwas nach, weil einige die Ohren spitzten. Mr Gertsmann schienen die erbosten Blicke nicht zu stören.
„Es ist eine persönliche Angelegenheit“, sagte Kate schließlich.
„Und diese ‚persönliche Angelegenheit‘ hat nicht zufällig mit einer Anstellung im Washington Memorial Hospital zu tun?“
Kate zuckte zusammen. „Woher wissen Sie das?“
Mr Gertsmann zerrte einen kleinen Umschlag aus seiner Westentasche. „Weil man bei mir nach Ihren Referenzen gefragt hat. Der neu berufene Dr. T. M. Kendall hat sich nach Ihren herausragenden Fähigkeiten als Statistikerin erkundigt. “
Die Art, wie er Statistikerin sagte, ließ an seiner abschätzigen Meinung keinen Zweifel. Angesichts des Siegeszugs der Maschinen vertrat Mr Gertsmann die Meinung, Statistiker müssten neben Pfeil und Bogen und allem anderen, was moderne Erfindungen nutzlos gemacht hatten, ins Museum.
„Dann will ich hoffen, dass Sie Ihre Ambitionen im Krankenhaus ausleben können, denn ich kann keinen Grund finden, eine Frau mit fragwürdiger Loyalität hier im Statistikamt zu beschäftigen. “
„Sie entlassen mich?“ Diese Stelle zu verlieren, bevor sie eine andere hatte, war eine Katastrophe. Mit all den kostspieligen Verbesserungen, die ihre Eltern im Logierhaus vorgenommen hatten, brauchten sie Kates Einkommen, um jeden Monat ihre Schulden bei der Bank abzutragen.
„Und wenn ich Sie entlasse, falls Sie morgen früh nicht zur Arbeit erscheinen?“ Mr Gertsmann klang aufgesetzt freundlich.
Sie durfte jetzt keinen Fehler machen. Mr Gertsmann war ziemlich klein gewachsen und sein unsicheres Selbstbewusstsein brauchte regelmäßig Streicheleinheiten.
„Dann bin ich natürlich morgen früh pünktlich hier“, sagte Kate ruhig. Wenn sie das Bewerbungsgespräch verpasste, musste sie eben einen anderen Weg finden, um Dr. Kendall zu kontaktieren.
Die besänftigenden Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Mr Gertsmanns Brust schob sich energisch vor und er spielte mit den Knöpfen an seiner Weste.
„In Ordnung“, sagte er. „Ich bin ein großzügiger Mensch und stelle Sie für drei Stunden frei, aber nur, weil ich weiß, dass dies das Ende Ihrer Hirngespinste sein wird. Frauen sind für die monotone Arbeit im Statistikamt wie geschaffen, aber wenn Sie sich der Fantasie hingeben wollen, eine intellektuell fordernde Tätigkeit anzustreben, dann wird das sicher ein amüsantes Schauspiel. “ Er klopfte ihr auf die Schulter. Kate versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. „Ich hoffe, die Enttäuschung wird nicht allzu groß“, sagte er noch und ließ sie stehen.
„Da möchte man am liebsten einen Eimer mit Teer und ein paar Federn“, murmelte Kate und lief zu ihrer Rechenstation zurück. Sie war neunundzwanzig und verkümmerte hier im Statistikamt. Die Stelle im Krankenhaus zu kriegen war ziemlich hoffnungslos, aber kampflos würde sie nicht aufgeben.
„Warum hasst er dich nur so, Kind?“, fragte Charlie Davis und machte es sich auf dem Fensterbrett des Speisesaals im Logierhaus bequem. Er war dünn wie eine Bohnenstange und hatte trotzdem immer Hunger wie ein Wolf. Kaum, dass der erste Duft von der Küche durchs Haus zog, erschien er sofort im Speisesaal. Sein graues Haar war tadellos frisiert, der Schnurrbart sauber getrimmt. Charlie war der Großvater, den Kate nie gehabt hatte, und der tägliche Plausch beim Tischdecken war seit Kindertagen ihr Ritual.
Kate holte die schweren Zinnteller aus dem Geschirrschrank und blieb stehen. „Mr Gertsmann mag keine von uns, aber einmal habe ich einen fehlerhaften Bericht aufgehalten. Irgendjemand hatte einen ganzen Stoß Lochkarten falsch herum in die Maschine getan und damit die ganzen Daten verfälscht. Mr Gertsmann hätte sehen müssen, dass etwas nicht stimmt. Ich glaube, es war ihm unangenehm, dass ich das gemerkt habe. “
„Dabei hast du ihm wahrscheinlich seine Arbeitsstelle gerettet“, erwiderte Charlie.
„Vielleicht. “ Kate verteilte die Teller. Sie waren groß, weil ihre Mutter nicht nur das beste Essen an der Ostküste kochte, sondern auch stets ordentliche Portionen verteilte. Unter den Abgeordneten in Washington war ihr Logierhaus beliebt. Die meisten Regierungsmitarbeiter wurden nicht besonders gut bezahlt und deswegen wohnten die weniger wohlhabenden Mandatsträger in Logierhäusern oder Hotels, wenn der Kongress tagte.
Der Speisesaal war groß, hatte zur H-Street drei Fenster und bot eine gute Aussicht auf das Kapitol. Die ockerfarbenen Wände und die Stuckleisten an den Decken waren typisch für den Baustil in der Hauptstadt. Ein langer Tisch stand in der Mitte des Raums, den Kate Abend für Abend gedeckt hatte, seit man ihr Geschirr anvertrauen konnte.
Hinter der Schwingtür zur Küche klapperten Töpfe und ein Kessel pfiff. Es dauerte noch mindestens zwanzig Minuten bis zum Abendessen. Der Duft von frisch gebackenem Brot und vor sich hin schmorendem Braten quälten Charlie scheinbar aber bereits so heftig wie einen Hund, dessen Leine ganz knapp vor einem saftigen Steak endete. „Soll ich mich mal in die Küche schleichen und einen Muffin für dich stibitzen? Mutter hat sie heute Nachmittag gebacken. “
Charlies Augen funkelten. „Du bist ein Schatz. “
Charlie wohnte im Logierhaus, seit er vor dreiunddreißig Jahren als Abgeordneter in den Kongress gewählt worden war. Er hatte all die strahlenden Siege und Tragödien in Kates Kindheit miterlebt. Er hatte ihr beigebracht, wie man sich die Schuhe schnürt, und weggesehen, wenn sie das frisch polierte Eichengeländer herunterrutschte. Er hatte sich ihr verliebtes Gefasel über Nathan Livingston angehört, dem lustigsten Jungen auf der Schule, der eine Fiedel auf der Nase balancieren und dabei noch gut aussehen konnte. Charlie hatte sie beim Hufeisenwerfen angefeuert und sie getröstet, als Trevor McDonough ihr das Stipendium weggeschnappt hatte. Charlie hatte an ihrer Hochzeit teilgenommen und war zwei Jahre später einer der Sargträger bei Nathans Beerdigung gewesen. Das würde Kate ihm nie vergessen. Nathan hatte Charlie Davis immer bewundert und wäre geschmeichelt gewesen, wenn er wüsste, dass Pennsylvanias dienstältester Kongressabgeordneter ihm diese letzte Ehre erwiesen hatte.
Der Duft von Rinderbraten und gebratenen Zwiebeln umfing Kate, als sie in die warme Küche kam. Aus den Kesseln auf dem großen gusseisernen Herd dampfte es.
Kate nahm einen der Muffins, die zum Auskühlen auf einem Teller auf der Anrichte standen. „Kannst du bitte weggucken, während ich für Charlie einen Muffin entführe?“
Ihre Mutter schnitt Zwiebeln und gab sie in eine Pfanne mit brutzelnder Butter. „Aber nur einen“, warnte sie. „Irene Bauman bringt drei Gäste mit und hat mir erst vor einer Stunde Bescheid gesagt. Ich werde es Richter Bauman noch extra berechnen müssen, wenn sie weiter so viele Mäuler zum Stopfen herschaffen. “
Irene Bauman und ihr Vater wohnten seit acht Jahren bei ihnen, wenn der Oberste Gerichtshof tagte. Richter Bauman war ein sehr vernünftiger Mann, aber seine Tochter … Kate überlegte, ihr Abendessen ausfallen zu lassen.
Aber sie hatte kein Glück. Als sie zurück in den Speisesaal kam, hatte sich Irene Charlie gegenüber auf einen Stuhl fallen lassen und spielte mit einer ihrer honigblonden Locken. Es war schlimm genug zu sehen, wie eine Achtzehnjährige mit einem Mann in den Sechzigern schäkerte, aber musste sie auch noch mit ihren Haaren spielen?
„Almosen für die Hungrigen“, sagte Kate und ließ den Muffin in Charlies ausgestreckte Hand fallen. „Wenn ihr mich entschuldigen würdet? Ich muss meine Bluse für morgen stärken. “
Charlie wusste natürlich vom Bewerbungsgespräch. Es hätte Kate nicht gewundert, wenn er im Krankenhaus bereits ein gutes Wort für sie eingelegt hatte, auch wenn er das bestritt. „Ich kenne diesen Dr. Kendall überhaupt nicht. Aber wenn er auch nur halb so intelligent ist, wie die Leute sagen, dann wird er dich auf der Stelle nehmen. “
„Hoffentlich ziehst du nicht diese langweilige Nadelstreifenbluse an“, beschwerte sich Irene. „Ich leihe dir eine von meinen Blusen mit Ballonärmeln. Darin wirkst du viel intelligenter. “
Nicht schon wieder. Warum konnte Kate nicht zwei Minuten mit Irene im selben Zimmer sein, ohne dass ein Wettstreit entbrannte? Irene musste immer alles vergleichen: ihre Kleider, die Frisur, den Schmuck. Wenn es darum ging, Intelligenz oder Fähigkeiten zu vergleichen, war Kate sofort mit von der Partie. Aber bei Mode? Und doch war vom ersten Tag an zwischen Irene und Kate Rivalität zu spüren gewesen, die immer genau in den unpassendsten Augenblicken ausbrach. Kate fühlte sich an ihre Zeit in der Schule erinnert. Wenigstens war Trevor schlau gewesen; Irene war eher eine hübsche, aber dümmliche Puppe.
Obwohl ihre Blusen mit Ballonärmeln schon beeindruckend waren. War es falsch, sich eine davon zu borgen? Die Versuchung nagte an Kate - einmal so schick zu sein wie Irene. Aber Kate schluckte den Köder nicht. Wenn sie die Stelle bekam, würde Irene sie auf ewig von oben herab behandeln, weil sie davon ausging, dass nur ihre Bluse dafür verantwortlich war.
„Die Nadelstreifenbluse ist gut genug. “ Sie hatte leicht geraffte Ärmel und traumhafte Bündchen mit einer Knopfreihe, die bis hoch zum Ellbogen ging. Kate liebte die feminine Ausstrahlung, die ihr die Bluse gab. Gegen eine Bluse mit Ballonärmeln kam sie nicht an, aber schick sah sie trotzdem aus.
„Wenn du meinst. “ Irene zuckte mit den Schultern. „Wieso suchst du überhaupt schon wieder so eine komische Anstellung? Das muss doch furchtbar sein, den ganzen Tag mit zusammengekniffenen Augen auf irgendwelche Zahlenreihen zu starren. Die Falten gehen nicht mehr weg, das kann ich dir sagen. “
Charlie zuckte zusammen, aber Kate nahm die Beleidigung gelassen. „Ach, Irene, die Sorgenfalten machen in meinem Gesicht nur Urlaub. “
Kate machte sich nicht allzu viel aus ihrem Aussehen. Ihre Figur war vom vielen Treppenlaufen im vierstöckigen Logierhaus schlank genug und für Schmuck hatte sie nicht viel übrig. Ihre dicken roten Haare türmte sie einfach zu einem wilden Haarknoten auf, wie er gerade in Mode war.
Kate holte eine Handvoll Zinnlöffel und verteilte sie neben den Tellern. „Wer kommt denn heute Abend noch? Mutter versucht verzweifelt, das Essen zu strecken. “
„Jenny Fayette und ihre Eltern“, antwortete Irene und spielte weiter mit ihren Haaren. „Ich habe sie heute Morgen im Smithsonian kennengelernt. Ihr Vater ist bei der Marine. Seine Uniform sieht so flott aus. Ich glaube, er ist Captain. “
Kate ließ fast die Löffel fallen. „Captain Fayette?“, wiederholte sie. „Captain Alfred Fayette von der Marineakademie?“
„Kennst du ihn?“ Irene sah enttäuscht aus. „Ich wollte euch eigentlich mit meinen tollen Gästen überraschen. “
Kate hatte keine Zeit für Erklärungen. Sie drückte Irene die verbleibenden Löffel in die Hand. „Hier, mach du. Ich muss los. “
Kate war völlig außer Atem, als sie den Marinestützpunkt in der Eighth Street endlich erreichte. Es war ein warmer Junitag. Sie hatte Seitenstechen, und was an ihrer Ferse brannte, war garantiert eine Blase, aber das war ihr egal.
Ihr kleiner Bruder musste die Aufnahme in die Marineakademie schaffen, und wenn sie dafür alle Fäden der ganzen Stadt ziehen musste. Timothy hatte schon als Kind davon geträumt. Seine Ablehnung im vergangenen Jahr hatte sie beide schwer getroffen. Keiner aus ihrer Familie war aufs College gegangen. Woher hatten sie wissen sollen, dass der Bewerbungsprozess so früh anfing? Und dass man Empfehlungsschreiben von Offizieren und Amtsträgern brauchte?
Timothy hatte sich schließlich beim Marinekorps verpflichtet, aber Kate wollte nicht zulassen, dass das die Endstation war. In seiner Ablehnung war er ermutigt worden, sich erneut zu bewerben, und dieses Mal wollte Kate dafür sorgen, dass seine Bewerbung von einem Chor aus Lobeshymnen begleitet wurde. Timothy Norton würde der Erste aus ihrer Familie sein, der einen College-Abschluss hatte, und wenn es sie ihr letztes Hemd kostete.
Kate hastete die Eighth Street hinab. Dieser Stadtteil war noch nicht saniert worden. Washington war einmal eine kleine, schlammige Stadt gewesen, aber nach dem Bürgerkrieg war Geld geflossen, um die Bürgersteige zu verbreitern, Bäume zu pflanzen und eiserne Laternen aufzustellen. Regierungsgebäude wurden abgerissen und durch Paläste aus weißem Granit und mit eindrucksvollen Säulen ersetzt, die in der Sonne strahlten.
Wenn man nach Süden kam, wurden aus den majestätischen Regierungsgebäuden rote Backsteinhäuser an eichengesäumten Straßen. Nur zwei Straßen vom Hafen der Marine entfernt befand sich die Kaserne mit ihren lang gestreckten Gebäuden. Auch die Waffenkammer befand sich hier. So spät am Nachmittag wurde niemand mehr durchs Tor gelassen, aber die Backsteinmauer war nur anderthalb Meter hoch. Mit einem Sprung schaffte es Kate, die Ellbogen auf die Kante zu bekommen und sich über die Mauer zu lehnen. Timothy spielte unter einer Eiche am Tisch mit ein paar Kameraden ein Würfelspiel.
„Hey, du Klette!“, rief sie. „Komm her!“
Timothy drehte den Kopf und grinste. Mit seinen blonden Haaren und den blauen Augen war er zu einem hübschen jungen Mann herangewachsen. Er war achtzehn und jetzt schon über eins achtzig groß und er wuchs noch weiter. Timothy hatte die Uniform, die er tagsüber als Wachposten beim Surgeon General, dem obersten Militärarzt der Seestreitkräfte, trug, schon gegen ein einfaches Hemd und braune Hosen getauscht. Mit großen Schritten kam er auf sie zu.
„Nenn mich nicht vor den anderen Klette“, warnte er sie, sobald er bei ihr war.
„’tschuldigung. “ Sie hatte versucht, sich diesen Spitznamen abzugewöhnen, aber ihr kleiner Bruder war nun mal „die Klette“, seit sie seine Windeln gewechselt und ihm das Laufen beigebracht hatte. Weil ihre Mutter schon immer für dreißig Personen kochen und sauber machen musste, hatte Kate ihren Bruder quasi aufgezogen. Diese Aufgabe war ihr nie zu viel geworden. Sie war elf gewesen, als Timothy geboren wurde, und für sie war er das schönste Geschenk. Sie hatte seinen Babyduft geliebt und das verschlafene Lächeln, wenn sie ihn morgens aus der Wiege genommen hatte. Später hatte er wie eine Klette an ihr gehangen, wenn sie durchs Haus lief. Wann immer er seine Schwester entdeckt hatte, war er auf sie zugerannt gekommen und hatte ihre Beine umklammert.
„Hör zu“, raunte sie. „Captain Fayette von der Marineakademie ist heute Abend bei uns zu Gast. Zieh deine Ausgehuniform an und mach, dass du nach Hause kommst. Diese Gelegenheit darfst du dir nicht entgehen lassen!“
„Heute Abend? Ich darf nicht einfach verschwinden. Es gibt Regeln hier, das weißt du. “
„Stell dir vor, deine Mutter würde gerade an einem Herzinfarkt sterben. Sag mir nicht, dass du keinen Weg finden würdest, nach Hause zu kommen. Geh und frag um Erlaubnis. Und am besten im Galopp. Das Abendessen beginnt in einer Viertelstunde. “
Timothy trat von einem Bein aufs andere. „Aber es geht gar nicht um Leben und Tod, Kate. Und ich möchte nicht durch schlechte Disziplin auffallen. “
Kate wollte am liebsten über die Mauer springen. „Das ist die perfekte Möglichkeit! Du tust so, als würde ich das mehr wollen als du. “
Timothy zögerte. Er warf einen Blick auf seine Kameraden unter dem Baum. „Doch, natürlich will ich es, aber ich habe hier schon eine gute Anstellung. Ich darf sie nicht aufs Spiel setzen, nur weil ich einer besseren nachjage. “
Er hatte gar nicht so unrecht. Riskierte sie nicht gerade ihre Arbeitsstelle im Statistikamt wegen der vagen Möglichkeit einer Anstellung im Krankenhaus? Kate war immer risikofreudig gewesen, ganz anders als der vorsichtige Timothy.
Sie ließ sich zurück auf die Straße herunter und rieb die Steinchen von den Ellbogen. „Also schön“, gab sie nach.
Timothy spähte über die Mauer. „Aber danke, dass du gekommen bist. Sollte Captain Fayette mal wieder bei uns sein, sag mir Bescheid. Dann besorge ich mir Freigang, ja?“
Sie nickte und hoffte, dass man ihr die Enttäuschung nicht ansah. „Na gut. “
„Und alles Gute für das Bewerbungsgespräch morgen“, fügte ihr Bruder hinzu. „Der Surgeon General hat schon seit Jahren versucht, Dr. Kendall nach Washington zu holen. Wenn du bei dem landest, kannst du dir echt auf die Schulter klopfen. “
Timothy meinte es gut, aber Kates Aufregung stieg weiter. Ein Mann mit so einem erstklassigen Ruf konnte sich seine Mitarbeiter aussuchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine dieser Mitarbeiterinnen wurde, war winzig. Aber sie musste es versuchen.
Die Blase schmerzte bei jedem Schritt. Zwei Straßen weiter hielt gerade eine Pferdebahn. Für fünf Cent konnte Kate rechtzeitig zu Hause sein, um noch beim Auftragen des Essens zu helfen. Wenn sie sich beeilte, würde sie die Bahn erreichen, bevor das Pferd in schnellem Tempo die Virginia Avenue hinuntertrotten würde.
Oder sie rannte mit ihm um die Wette.
Kate unterdrückte ihr Grinsen, raffte die Röcke und spurtete los. Die Pferdebahn hatte einigen Vorsprung, aber wenn sie bei jeder Station anhielt, konnte Kate es schaffen. Sie sprang über Bordsteine und schlängelte sich an Passanten vorbei. Bei jeder Querstraße hatte sie einige Meter aufgeholt. Die Blase war ganz vergessen. Alles, was jetzt zählte, war, die Pferdebahn einzuholen und als Erste die Treppe zum Haus zu erreichen.
Der Wettstreit kitzelte ihre Nerven. Ihr Willen und ihre Ausdauer gegen die des Pferdes. Ein Grund zu kämpfen und zu gewinnen.
Im Leben ging es nur darum zu gewinnen.
Autor/in
Elizabeth Camden
Elizabeth Camden studierte Geschichte und Bibliothekswissenschaft. Heute ist sie als Professorin für Bibliothekswesen tätig. Ihre Romane schreibt sie in ihrer freien Zeit. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Florida.
Pressestimmen
(...) Der erste Roman, der in deutscher Sprache von Elizabeth Camden erschienen ist, lässt nichts von dem vermissen, was einen guten Roman ausmacht: eine spannende Love-Story vor dem Hintergrund der Tuberkulose-Forschung, viel Humor und Herzenswärme und jede Menge gut recherchierte Infos zur damaligen Zeit. Neben der Schriftstellerei ist die Autorin, die mittlerweile einige Romane veröffentlicht hat, noch als Historikerin
Kundenstimmen
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"Ein Schritt ins Ungewisse" ist ein so wundervoller Roman, ich fühlte mich von der Geschichte richtig umarmt.
Ein richtiges Herzensbuch, ein Buch zum verlieben und träumen.
Kate hatte den großen Traum zu studieren, doch lebt sie in einer Zeit in der es Frauen größtenteils verwehrt wird.
Ihre Chance besteht in einem Stipendium, doch bei dem Test gewinnt ihr Rivale Trevor und bekommt
Kate ist tiefverletzt, ihr Traum ist geplatzt und sie muss viel kleiner leben als sie geträumt hat.
Doch dann Jahre später bietet Trevor Kendall ihr einen Arbeitsplatz in seiner Forschungsabteilung an.
Sie ist hin und her gerissen zwischen ihrer Abneigung ihm gegenüber und der wunderbaren Möglichkeit ihrem alten Traum ein Stückchen näher zu kommen.
Trevors Forschungsabteilung ist allerdings nicht beliebt und jemand legt ihm große Steine in den Weg.
Auch Kate ist verwirrt und versucht die Ereignisse, Gespräche und eigene Gefühle zu sortieren und es ist nicht leicht für sie den Weg zu finden.
Superspannend fand ich den medizinischen Part in diesem Buch.
Tuberkulose wurde erforscht und die Gefahr, die Unberechenbarkeit, der sichere Tod und das wenige Wissen über Zusammenhänge, Ursachen und Verlauf machten diese Krankheit so beängstigend.
Das alles ist perfekt eingerahmt von Kates und Trevors Geschichte.
Ich habe beide sehr gemocht, Kate mit ihrem warmen Wesen und auch Trevor der so fest, stark und fast schon stur und hart beschrieben wurden.
Es ist ein Buch für Wohlfühlmomente und trotz der Spannung, die sich durch die Handlungen zieht, ist die Geschichte sanft und schmeicheld geschrieben.
Es ist ein Buch bei dem ich nicht aufhören wollte zu lesen, gleichzeitig aber auch am liebsten die Zeit angehalten hätte um das Buch eben nicht zu beenden.

Klappentext
Washington 1891.
Kate Livingston ist begeistert, als ihr eine Stelle in der Forschungsabteilung eines renommierten Krankenhauses angeboten wird. Sie ahnt nicht, dass sich hinter dem weltberühmten Arzt Dr. T. M. Kendall, ihrem zukünftigen Chef, kein anderer verbirgt als ihr einstiger Widersacher Trevor McDonough. Ausgerechnet für den Mann, der ihr einst das ersehnte Collegestipendium wegschnappte und damit ihre einzige Chance zu
Als Kate die Stelle wider besseres Wissen antritt, ahnt sie nicht, dass dieser Schritt ins Ungewisse ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird "
Die Autorin
Elizabeth Camden ist Historikerin. Die Woche über arbeitet sie als Bibliothekarin, an den Wochenenden schreibt sie historische Romane. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in der Nähe von Orlando.
Meine Meinung
Story
Das Buch ist wirklich etwas Besonderes. Der Leser freundet sich schnell mit der Protagonistin Kate Livingston an. Man erfährt als Leser, wie sie in ihrer Kindheit einen seltsamen Mitschüler-Mitstreiter hat. Als Jugendliche aus den Augen verloren, trifft sie als erwachsene Frau wieder auf ihn, dieses Mal aber unter anderem Namen und als Arzt, der sein Leben der Tuberkuloseforschung verschrieben hat. Kate verliebt sich in ihn, trotz seiner abneigenden und kühlen Haltung. Als Leser möchte man Dr. T. M. Kendall, manchmal würgen, weil er so fies sein kann. Er ist abweisend zu Kate, weil er ein Geheimnis mit sich trägt, dass Kate und ihre Familie in große Gefahr bringt.
Das alles ist sehr spannend gehalten und man möchte endlich das Geheimnis lüften, welches den beiden unmöglich macht, ihr Liebe auszuleben und ein gemeinsames Leben zu beginnen.
Die Handlung wird nicht langweilig und ist sehr interessant in Bezug auf die Krankheit Tuberkulose.
Schreibstil
Elizabeth Camden hat einen schönen, leicht zu lesenden Schreibstil. Man kann sich die Schauplätze und Charaktere sehr gut vorstellen. Ein Buch, welches an gerne weiter liest.
Charaktere
Kate schließt man sehr schnell ins Herz. Sie und ihre Familie haben es nie leicht gehabt, scheinen aber doch glücklich und zufrieden zu sein. Trevor ist zu Beginn sehr undurchsichtig und unnahbar, was sich aber im Laufe des Romans ändert. Auch ich habe mit ihm gelitten und war so neugierig auf sein Geheimnis. Die Autorin hat sehr lebendige und tiefgründige Charaktere erschaffen, die man einfach mag.
Mein Fazit
Wieder ein toller Roman aus dem Francke Verlag, dass mich total überzeugen konnte. Tolle Charaktere, eine spannende und mitreißende Story und ein Geheimnis, welches alles in ein anderes Licht rückt, fesseln den Leser an dieses Buch. Ich vergebe volle fünf von fünf Leseratten/Sternen und eine absolute Leseempfehlung für Leser dieses Genres.

Washington, 1879. Nur noch eine Prüfung ist die 17-jährige Kate von ihrem großen Traum, am College zu studieren, entfernt. Doch Trevor McDonough, Sohn reicher Eltern, gewinnt den Wettstreit der besten Schüler und schnappt ihr damit auch das ersehnte Stipendium vor der Nase weg.
12 Jahre später. Kate ist verwitwet und lebt bei ihren Eltern in deren Logierhaus. Da sie
In ihrem historischen Roman "Ein Schritt ins Ungewisse" wartet Elizabeth Camden mit einer unterhaltsamen Mischung aus Medizingeschichte, Romantik und Spannung auf.
Die Autorin stellt den Kampf gegen die Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitete und damals unheilbare Infektionskrankheit Tuberkulose in den Mittelpunkt ihrer Geschichte. Trevor kämpft mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dafür, ein Heilmittel zu finden. Er forscht und analysiert, er setzt neue Ideen um und lässt sich auch von derben Rückschlägen nicht entmutigen.
Elizabeth Camden stellt dem im Privatleben verschlossenen, aber beruflich mit Feuereifer agierenden Trevor eine willensstarke Frau zur Seite. Sowohl Trevor wie auch Kate sind immer bestrebt, ihr Bestes zu geben. Beide haben einen messerscharfen Verstand. Beide wollen immer gewinnen. Da wäre es natürlich gut, wenn beide an einem Strang ziehen. Genau das hat Trevor sich gedacht, als er Kate die Stelle in der Datenauswertung des Krankenhauses angeboten hat - Kräfte bündeln und gemeinsam einen Weg finden, Tuberkulose zu heilen. Aber so einfach, wie er es sich vorgestellt, verläuft die Zusammenarbeit mit seiner ehemaligen Rivalin dann doch nicht. Dafür sind beide zu stur und zu sehr von ihren jeweiligen Ansichten überzeugt.
Zusätzliche Spannung bekommt der Roman, als ein Unbekannter eine Hetzkampagne gegen Trevor startet. Drohbriefe und miese Artikel in der Presse machen ihm das Leben schwer. Doch Trevor ist entschlossen, sich von Nichts und Niemandem von seinem Ziel abbringen zu lassen. Nicht von einem unbekannten Widersacher und auch nicht von Kate"
"Ein Schritt ins Ungewisse" hat mir sehr gut gefallen - ein unterhaltsamer, spannender Roman, der interessante Einblicke in den mühsamen Kampf gegen Tuberkulose bietet.

Schwindsucht oder Tuberkulose war wohl die gefürchtetste Krankheit des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Es gab kein Heilmittel, die Heilungschancen waren äußerst gering und es traf - wie meistens - vor allem die Armen. Dr. Kendall hat sich dem Kampf gegen die Tuberkulose verschrieben. Dafür sucht er eine geeignete Mitarbeiterin. Kate ist von der Stelle fasziniert - bis sie
Doch die Zeiten haben sich geändert, nun kämpfen Trevor und Kate Seite an Seite. Schnell merkt Kate, dass Trevor für sie mehr ist als nur ein Arbeitgeber. Aber der Arzt bleibt so unnahbar wie früher, denn ein düsteres Geheimnis umgibt ihn. Außerdem will ein Gegner seine Arbeit zerstören.
Elizabeth Camden beschreibt in ihrem Buch eine spannende Zeit, in der Ärzte mit allen möglichen Mitteln gegen die Tuberkulose ankämpften. Das war nicht ungefährlich, denn die Patienten waren natürlich auch ansteckend. Im ersten Teil des Romans dreht es sich viel um den Unbekannten, der die Arbeit von Kendall zerstören will. Gegen Ende gibt es dann ein paar Längen, die Geschichte kommt nicht mehr so voran.
Insgesamt ein lesenswerter historischer Roman mit einem interessanten Thema, das gut recherchiert und erzählt wurde.
Ich glaube, dass mir dieses Buch von den Neuerscheinungen von Francke am besten gefallen hat. Es handelt von einem Arzt, der den Kampf gegen die Tuberkulose im Washington im Jahr 1879 aufnimmt. Und es handelt von einer kratzbürstigen Frau. Kate hat die Chance in einem renommierten Krankenhaus als Statistikerin anzufangen. Beim Vorstellungsgespräch entdeckt Sie, dass Ihr Vorgesetzter Dr.
Die beiden Protagonisten bekämpfen sich nach Strich und Faden. Hier ein Ausschnitt: Ihre Stimme zitterte vor unterdrückter Wut: Kannst Du mich noch nicht einmal ansehen, wenn du redest.
Nicht, wenn Du überdreht und albern bist.
Oder eine andere Szene: ... ich wäre dir dankbar, wenn du deine weiblichen Emotionen etwas mehr unter Kontrolle hättest.
Sie: diese weiblichen Hände werden dir gleich an die Gurgel springen, wenn du nicht aufhörst, mich zu tyrannisieren.
Trotz aller Auseinandersetzungen, schweißt die Arbeit sie zusammen, zumal jemand versucht, die Arbeit von Dr. Kendall zu untergraben.
Die kluge Leserin wird sicherlich wissen, wie sich die Geschichte so weiter entwickelt.
Sehr empfehlenswert, weil dieses Buch noch einmal aufzeigt, was Mediziner alles auf sich genommen haben, ob Krankheiten zu besiegen (dieses Buch ist durch eine wahre Geschichte inspiriert worden).

MÖGE DER BESSERE GEWINNEN
"Ich habe immer schon gedacht, dass du und Trevor McDonough entweder auf Lebenszeit Erzfeinde oder die besten Freunde werdet. Ihr seid euch einfach viel zu ähnlich für irgendein Mittelmaß." (Charlie Davis)
Katherine Norton, eine exzellente Schülerin mit wildem roten Haar und einem sonnigen Gemüt befindet sich in einem permanenten Konkurrenzkampf mit dem hoch intelligenten Trevor McDonough. Trevor
Jahre später bewirbt die junge Witwe Katherine Livingston sich um eine Anstellung im Washington Memorial Hospital. Sie wird zu einem Vorstellungsgespräch geladen und mit der Tatsache konfrontiert, dass es sich bei dem berühmten Wissenschaftler und Arzt Dr. T. M. Kendall in Wahrheit um ihren ehemaligen Rivalen Trevor McDonough handelt. Auch Trevor hat Kate nie vergessen, und die Begründung für Kates Einstellung sagt einiges über Trevors Motivationen: "Ich brauche jemanden, der genauso versessen aufs Gewinnen ist wie ich. Deshalb habe ich dich ausgesucht." Trevor ist in seinem Bereich ein Genie und arbeitet penibel und hoch konzentriert. Sein größtes Bestreben gilt der Suche nach einem Heilmittel gegen Tuberkulose, während es hingegen aus menschlicher Sicht sehr schwer ist, mit ihm auszukommen. Er verhält sich distanziert, zugeknöpft, gilt wie bereits zu Schulzeiten als Sonderling, und legt eine unverblümte Härte an den Tag. Sein ungehobelter Umgangston, seine pedantische Hygiene und übermäßige Strenge machen Kate das Leben schwer. Doch die impulsive, emotionale und risikofreudige junge Frau lässt sich davon nicht beeindrucken und ihre anfängliche Abneigung wandelt sich sehr rasch in eine Faszination für den jungen Mediziner, und großen Respekt für seinen Einsatz für die Kranken. Trevor wird jedoch von der Presse verunglimpft und erhält zudem anonyme, hasserfüllte Drohbriefe, die auf geheimnisvolle Art und Weise mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Kate versucht zwar, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, doch ihr ehemaliger Schulkollege ist verschlossen wie eine Auster, dunkle Schatten scheinen ihn zu quälen. Wird es Kate gelingen, zu diesem jungen Arzt durchzudringen"
Elizabeth Camden hat im vorliegenden Buch die große Plage Tuberkulose (früher: Schwindsucht) zu ihrem Hauptthema gemacht. In eindringlichen Worten und einnehmendem Schreibstil erzählt sie vom Krankheitsverlauf und den Umgang damit, von der Sorglosigkeit der Erkrankten und den oft haarsträubenden Versuchen der Ärzte, dieses Todesurteil abzuwenden. Trevor McDonoughs Arbeit im Washington Memorial Hospital erscheint teilweise wie ein Kampf gegen Windmühlen, wenn es um Genehmigungen, "gute Presse" oder um die von Journalisten geschürte Angst der Bevölkerung geht. Konkurrenzkampf ist nicht nur zwischen Kate und Trevor ein Thema, sondern auch unter Ärztekollegen.
Neben den beiden Protagonisten erdachte die Autorin auch liebenswerte Nebenfiguren wie beispielsweise die gütige alte Hauswirtschafterin von Senator Campbell, Kates resolute Mutter Maude oder den feinfühligen Timothy Norton, ihren Bruder. Der Antagonist in diesem Buch tritt in der Figur des kaltherzigen Schotten Neill McDonough auf, der Trevor mit allen Mitteln zurück in seine Heimat holen möchte.
Anfangs hatte ich ein wenig Schwierigkeiten, mich mit dem Charakter des Trevor McDonough anzufreunden, doch nach und nach wichen meine Vorurteile einem tiefen Verständnis für den Mann" danke an dieser Stelle an die Autorin, die es schaffte, ihren Figuren nicht nur Leben einzuhauchen, sondern ihnen auch die Möglichkeit gab, sich weiter zu entwickeln. Es war wundervoll, tiefer ins Geschehen einzutauchen und diese Wandlung miterleben zu dürfen.
Obgleich es sich um ein Buch aus einem christlichen Verlag handelt, spielt der Glaube nur eine eher untergeordnete Rolle, was ich ein wenig bedauerte. Nichtsdestotrotz empfand ich dieses Buch als berührende und anregende Lektüre, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

1891, Washington D.C.
Kate arbeitet in einer ungeliebten Stelle, als sie einen Brief von einem berühmten Arzt aus dem Memorial Hospital bekommt, der sie einläd zu einem Vorstellungsgespräch. Sie ist verwirrt, kann sich nicht vorstellen, wie sie zu der Ehre kommt. Doch als sie zum Gepräch erscheint, wird ihr es schlagartig klar. Dr. Kendall entpuppt sich als Trevor McDonough, der
Dieses Buch ist ein historischer Roman, der so einiges zu bieten hat. Es spielt Ende des 19. Jahrhunderts, es geht um die Forschung von Tuberkulose, denn Trevor betreut kein normales Krankenhaus, sondern hat eine Station im Krankenhaus, die mit aussichtslosen Patienten, die an TBC erkrankt sind.
Es geht in dem Buch aber auch um eine sich anbahnende, eigentlich aussichtslose Liebe. Darüberhinaus wird die Behandlung der Patienten sabotiert. Wer hat soviel kriminelle Energie, die nicht nur den Trevor schadet, sondern auch in Kates Zuhause für Unruhe sorgt"
Ein spannend geschriebenes Buch, dass durch den Mix an Liebesgeschichte mit vielen Ecken und Kanten, einem Kriminalfall und durch die historische Vermittlung der (Volks-)Krankheit Tuberkulose bei mir punkten konnte. Der Schreibstil ist flüssig und interessant. Elizabeth Camden schildert aus Sicht von Kate, man bekommt durch sie ihre Ängste und Gefühle mit. Kate ist eine sehr energische Person, die kein Blatt vor den Mund nimmt und sich für andere einsetzt. Sie klammert allerdings, da sie in ihrer Jugend zwei ihrer Brüder durch Diphterie verloren hat und ihren Ehemann durch einen Unfall und kann daher ihre Ängste um ihre (verbliebenen) geliebten Menschen nicht ausschalten. Daher will sie sie lenken, was natürlich nicht immer klappt und auch nicht richtig ist.
Mir hat dieser packende historische Roman sehr gut gefallen. Er hat alles zu bieten, was ein interessantes Buch ausmacht.

Die Handlung des Romans spielt überwiegend in Washington um das Jahr 1891.
Kate Livingston ist überrascht und begeistert als sie eine Stelle in der Forschungsabteilung eines berühmten Krankenhauses angeboten bekommt.
Wärhend des Vorstellungsgespräches sitzt ihr der sehr angesehende und berühmte Arzt Dr. Kendall gegenüber, in dem sie einen Bekannten aus ihrer Schulzeit wiedererkennt. Sie erinnert sich daran, dass ausgerechnet er es
Der fesselnde, historische Roman der Autorin dreht sich um die faszinierende Entwicklung von Medikamenten im Kampf gegen die seinerzeit sehr gefährliche Krankheit Tuberkulose. Es gelang der Schriftstellerin über geschickt geformte Protagonisten, die durch ihre beeindruckenden Charaktereigenschaften lebensechte Persönlichkeiten mit "Ecken und Kanten" sind, eine lebendige und mitreißende Story in`s Leben zu rufen. Trevor der aufstrebende, hartnäckige und eher kühle Arzt trifft auf die Assistentin mit viel Herz, die jedoch auch sehr stur sein kann. Ganz besonders schön gelangen Elizabeth Camden die Ausgestaltung der Dialoge, in über die sich die beiden Hauptdarsteller in Szene setzen können. Man erlebt und fühlt über diese Gespräche ganz deutlich mit, wie sich die beiden Hauptfiguren mit der Zeit immer besser verstehen und einander annähern.
Dies ist das erste Buch, das ich von Elizabeth Camden las. Es hat mich sofort überzeugt und so werde ich mich ganz sicher mit weiteren Ihrer Werke beschäftigen.
Für mich ist der Roman "Ein Schritt ins Ungewisse" ein wunderbar, tiefgründiges und historisches Werk, das zu fesseln weiß. Auch der Glaube kommt nicht zu kurz und erscheint immer wieder als Leitfaden.
Ich möchte mich beim Francke Verlag für die Publikation dieses interessanten Buches bedanken.

1891. Kate Livingston lebt in Washington, wo ihre Eltern ein gut besuchtes Logierhaus betreiben aufgrund der guten Küche ihrer Mutter. Kate selbst wollte immer studieren, doch dies blieb ihr verwehrt, hatte doch ihr ärgster Konkurrent Trevor McDonough ihr das Stipendium vor der Nase weggeschnappt. So erstellt sie nun Statistiken und muss sich von einem Ekelpaket von Chef tyrannisieren lassen.
Elizabeth Camden hat mit ihrem Buch "Ein Schritt ins Ungewisse" einen sehr unterhaltsamen historischen Liebesroman vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig, die Dialoge gespickt mit Spitzfindigkeiten, die dem Leser ein ums andere Mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Kaum mit dem Lesen gestartet, kann man sich der Geschichte nicht mehr entziehen. Der Spannungsbogen wird gemächlich aufgebaut, steigert sich aber im Verlauf, so dass man zeitweilig das Gefühl eines Kriminalromans bekommt. Auch die vielen Informationen der Forschungstätigkeiten, sowohl was die Untersuchung von Heilungsmethoden und die verschiedenen Ansichten angeht, als auch die eingesetzten Behandlungsmethoden sind sehr interessant zu lesen und machen deutlich, unter welch schwierigen Bedingungen die Wissenschaftler zur damaligen Zeit arbeiten mussten und welchen Vorurteilen sie ausgesetzt waren. Heute kann man eigentlich nur dankbar und voller Bewunderung sein für die Leistung und die Energie, die diese Menschen auf sich genommen haben.
Die Charaktere sind sehr interessant gestaltet, sie wirken lebendig und ebenso authentisch. Kate ist eine sehr selbstbewusste junge Frau, die schon einiges in ihrem Leben mitgemacht hat. Zwei ihrer Brüder sind an einer damals unheilbaren Krankheit gestorben, weshalb sie wie eine Glucke um ihren jüngsten Bruder wacht. Zudem hat sie schon früh ihren geliebten Ehemann verloren und auch ein Studium war ihr nicht vergönnt. Aber sie ist ein durchweg positiver Mensch, oftmals impulsiv und auch ehrgeizig. Sie hat eine gesunde Neugier für die Menschen, die ihr wichtig sind. Kate ist warmherzig und mitfühlend, hat das Herz am rechten Fleck. Aber es fällt ihr schwer, Kompromisse zu schließen, und manchmal ist sie stur wie ein Esel. Trevor ist ein eher zurückhaltender gläubiger Mann, der oft hart und verschlossen wirkt. Dabei verbirgt er eine sehr harte Kindheit und ein Geheimnis, dass er um jeden Preis schützen will. Er möchte unbedingt ein Heilmittel für Tuberkulose finden und setzt sich dabei ebenfalls der Gefahr aus. Kate hat er von Kindheit an bewundert, doch fällt es ihm schwer, Menschen zu nah an sich herankommen zu lassen. Auch die Nebenprotagonisten untermalen mit ihren kleinen Episoden und eigenen Geschichten den Verlauf der Handlung.
Der christliche Aspekt ist in diesem Roman leider sehr kurz gehalten, nur bei Trevor macht er sich ab und an bemerkbar, was sehr bedauerlich ist, denn Gott hat bestimmt die Hände und die Überlegungen dieser Medizinpioniere gelenkt. Die Geschichte handelt von der Kraft des Vertrauens und den Glauben an sich selbst.
"Ein Schritt ins Ungewisse" ist ein spannender und unterhaltsamer historischer Roman mit einer schönen Liebesgeschichte. Eine Leseempfehlung für alle, die dieses Genre gern lesen!

Meine Meinung:
Mein erstes Buch von Elizabeth Camden. Ein ganz toller Schreibstil, spannende Lektüre und mit einigen sehr positiven Überraschungen und manchmal amüsante Stellen, die einem zum schmunzeln brachten.
Die Charaktere von Kate und Trevor kommen sehr gut herüber und man muß sie einfach gern haben. Denn jeder ist so wie er ist. Kate Impulsiv und manchmal etwas stur und hartnäckig.
Im Hintergrund spielen medizinische und interessante Ansichten mit. Es geht um den Anfang der Tuberkulose und die Forschung wie man Menschen, die daran erkrankt sind helfen kann. Es war sehr informativ darüber zu erfahren.
In allem ein sehr gut gelungenes Buch, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Ich bedanke mich das ich das Buch lesen durfte!

1891. In den USA, Washington spielt diese Geschichte. Der Prolog beginnt ca. 12 Jahre früher und legt sozusagen die Grundlage für die eigentliche Story. Kate ist eine sehr ehrgeizige junge Frau. Ihr wird eine Stelle in einem Krankenhaus angeboten, es geht um eine Forschungsarbeit, Berechnungen. Was sie noch nicht weiß, wer hinter dem Stellenangebot steht.
Diese Geschichte hat
Die Geschichte greift auch die Behandlung von an TBc (Tuberkulose) "erkrankten Patienten auf und auch die Reaktionen der Umwelt auf die Kranken. Hier hat mir besonders auch das Nachwort gefallen, in dem die Autorin kurz über die Entwicklung einer Behandlungsmethode berichtet. Das rundet das Buch perfekt ab.
Für mich war es eine sehr gute Mischung aus historischem Roman mit ein wenig medizin-historischem Inhalt.
Figuren, die neugierig machen, die geheimnisvoll sind, die mich als Leser an die Geschichte fesseln. Die Geschichte bietet für mich eine tolle Mischung, aus Spannung, historischen Anteilen und auch ein wenig Herzklopfen Momente. Das lässt sich fesselnd lesen und für Liebhaber von historischen Romanen kann ich das nur empfehlen.
Gut gefallen hat mir auch gerade die Figur um Kate, eine selbstbewusste junge Frau, intelligent und dazu diese geheimnissvolle Figur von Trevor mit seiner Vergangenheit und dieser harten Schale, die aber dennoch einen weichen Kern zu verbergen scheint.
Spannung- Historie- ein wenig Medizingeschichte- Überraschungen- eine perfekte Lesemischung für einige schöne Lesestunden.

Phantastisch, endlich gibt es ein deutsches Buch von Elizabeth Camden! Ihr intelligenter, spannender Schreibstil, der an passenden und unerwarteten Stellen mit trockenem Humor gewürzt ist, fasziniert mich. Bei historischen Themen erfährt man häufig etwas, das kaum bekannt ist in unserer Zeit.
Der Englische Titel dieses Buches "With every breath" - Mit jedem Atemzug - hat mir gut gefallen, deutet
Spannungsgeladen reiben sich die Charaktäre der Hauptpersonen Kate und Trevor, faszinieren sich gegenseitig, je mehr sie sich besser kennen lernen und die Beziehung gewinnt an Tiefe.
Gehalten in einer liebevollen praktischen Familie, erkennt Kate, die von spontan bis zurückhaltend, durch Verlustschmerz geprägt, portraitiert wird, dass an Trevor mehr und mehr nichts so ist, wie sie es in Schultagen glaubte. Trevor war ihr als kühl, zurückgezogen und berechnend bekannt. Das ist der emotionale Startpunkt im Arbeitsverhältnis zwischen Kate und Trevor, der seinerseits eine ganz besondere Begründung hat, warum er Kate für diese Stelle wollte. Kate vertritt immer wieder ihren Standpunkt, ist aber bereit, als gereifte Persönlichkeit Dinge, Umstände und Beziehungen zu überdenken.
Der historisch-medizinische Hintergrund des Romans in einer Tuberkulosestation war für mich interessant geschildert, auch Kates Arbeit im familiären Umfeld, wo ihr Leute aus der damaligen High-Society begegnen. Mysteriöse Attacken verleihen dem Buch Spannung und des Rätsels Lösung offenbart eine Tragik besonderer Art.
Der Leser trifft auf Wünsche und Sehnsüchte, die vertraut sind und Werte und Beziehungen in Qualität und Güte, die die Hauptpersonen Entscheidungen treffen lassen ohne Sturheit, mit Weisheit, Mut, Versöhnungsbereitschaft und Liebe.
Elizabeth Camden gehört zu meinen Lieblingsautoren. Als literarischer Wiederkäuer habe ich dieses Buch auf Englisch mehrfach gelesen.
Als Urlaubslektüre sowie für Regentage bestens geeignet. Vorsicht: Nachts kann es zu Schlafmangel führen.
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