Ist Gott wirklich vertrauenswürdig?
Amy Wallace








Amy Wallace
Die Stunden, die zählen
Clint Rollins hat alles, was ein Mann sich wünschen kann: eine schöne, kluge Ehefrau, zwei liebenswerte Kinder, eine Bilderbuchkarriere und jede Menge Charme. Als der FBI-Agent im Dienst angeschossen wird, erscheint ihm das als ein kleiner Preis dafür, dass er einen kleinen Jungen zu seiner Familie zurückbringen konnte. Doch die Unter-suchung im mehr...
336 Seiten, Paperback, Format: 13,5 x 20,5 cm
Bestellnummer 331141, ISBN: 978-3-86827-141-6
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Kundenstimmen (1)
12.05.2010B. Gregor
Gott sitzt immer noch auf dem Thron. Und er ist gut. Immer. (u. a. Seite 268) Wirklich immer?
Schon öfters habe ich geschrieben, daß ich nicht so recht weiß, wie ich eine angemessene Rezi schreiben soll. Hier bei diesem Buch ist es so, daß ich selbiges eher nicht will. Nicht, weil das Buch so schlecht (oder überhaupt schlecht) wäre, oh nein, ganz im Gegenteil. Das Problem ist, es hat mich persönlich „kalt erwischt“, fast noch mehr, als „Der Tag, der alles veränderte“. Nach Iris Kammerers „Varus“ ist dies in den letzten Jahren das zweite Buch, das mich emotional dermaßen stark berührte, daß mir schon alleine beim Gedanken an den Titel Tränen kommen. Vielleicht, weil Clint am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich. Vielleicht, weil eben jenes Zitat aus dem Buch Hiob, das ich für das Totenbildchen meines Vaters ausgewählt habe, hier an entscheidender Stelle zitiert wird. Vielleicht, weil ein Standardspruch meiner Großmutter an zentraler Stelle im Buch fällt. So Gott will.
Aber manchmal will er eben nicht.
Das zweite Buch der Defender of Hope - Trilogie läßt mich etwas zwiegespalten zurück. Stilistisch schien mir das vorige Buch etwas „runder“ zu sein, flüssiger und weniger aus Einzelszenen bestehend, wie ich hier an einigen Stellen den Eindruck hatte. Auf der anderen Seite empfand ich dieses hier wesentlich dichter an den Protagonisten. Konnte ich im ersten Buch eine gewisse (durchaus angenehme) Distanz halten, so war mir das hier nicht mehr möglich. Unerbittlich wurde ich in die Handlung hineingezogen, habe den beruflichen Druck, der auf den FBI-Agenten lastet, verspürt. Habe mitgetrauert, wenn es wieder mal nicht gereicht hat; sei es beim FBI, sei es im Krebszentrum. Und konnte bisweilen mich auch mitfreuen an den viel zu wenigen schönen Ereignissen. Während sich im Hintergrund bereits die Gewitterwolken zusammenballen, die sich im dritten Teil entladen werden.
Der Focus dieses Buches liegt auf Clint und Sara. Bei den Folgeuntersuchungen einer Schußverletzung wird bei ihm Krebs diagnostiziert. Von heute auf morgen wird sein und das Leben seiner Familie, wie auch der Kollegen, aus der Bahn geworfen. Sara trifft es doppelt, macht sie sich Vorwürfe, daß sie als Onkologin das nicht selbst schon früher diagnostiziert hatte. Während Clint also den Kampf mit dem Krebs aufnimmt, jagen seine Kollegen Steven und Michael einen Serienmörder, der offenbar Katz und Maus mit dem FBI spielt.
Wie schon in „Der Tag, der alles veränderte“ gibt es auch hier immer wieder Kapitel aus der Sicht des Täters. Allerdings ist es hier nur anscheinend klar, wer das ist. Sehr geschickt legt die Autorin falsche Spuren, so daß zumindest ich völlig falsch mit meiner Einschätzung war. So offensichtlich der Täter im ersten Band war, so un-offensichtlich ist er es hier. Wie falsch ich lag, habe ich auch erst bemerkt, als das FBI die Identität entdeckt hat.
Das Buch hat mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen, die öfters nach unten denn nach oben ging. Die „Verlustraten“ sind hoch - beim FBI, Abteilung Verbrechen an Kindern, wie auch in der Krebsklinik. Waren im Vorgänger die Entführungen eben unpersönliche Fälle, kamen sie mir hier schon näher. Oder Frank, der nur (im Buch) lebte, um zu sterben. Das war wirklich (emotional) hart zu lesen, und ich mußte teilweise nach 30, 40 Seiten erst mal eine Pause einlegen.
Als Grundthema des Buches gibt die Autorin die Frage an, ob man Gott in wirklich jeder Situation vertrauen kann. Nicht ganz ohne Grund wird einige Male das Buch Hiob zitiert, um schließlich in der geflüsterten Frage: Wie lobe ich Gott, wenn das Leben so wehtut? (Seite 231) zu münden. Immer wieder gelangen die Protagonisten an diesen Punkt, sind kurz vor (oder nach) der Verzweiflung - und müssen doch weitermachen. Diese inneren Konflikte, in denen wohlgemeinte Sprüche nicht mehr weiterhelfen, fand ich persönlich gut und überzeugend dargestellt. Ich konnte mich mit den „Helden“ identifizieren und ihre Zweifel und Nöte verstehen. Sicher ist letztlich bis zu einem gewissen Punkt klar, wie das Buch ausgehen wird. Selbst die Perfekt- und Vollkommenheit Gracias wird (von Hanna) bemängelt. Dennoch erschien es mir persönlich eben nicht übertrieben, sondern die Personen haben (für mich) im gegebenen Rahmen glaubhaft und nachvollziehbar gehandelt. Gerade das hat noch mehr zu der schon erwähnten Nähe beigetragen.
Als ich das Buch zugeklappt habe und im Kopfkino der Schriftzug „The End“ auftauchte, war ich innerlich gleichzeitig aufgewühlt, aber auch ruhig und zufrieden. Im sicheren Bewußtsein, den mir ans Herz gewachsenen Protagonisten noch einmal wieder zu begegnen, in sicherer Vorahnung etlicher schlimmer Dinge, die da wohl ans Tageslicht kommen würden, in unsicherer Hoffnung, wie alles letztlich ausgehen wird. Und schließlich mit der Frage, wie ich es noch rund drei Monate aushalten soll, bis ich weiterlesen kann.
„Ihre Geschichte ist anders als unsere, aber Gott ist derselbe. Sie können ihm vertrauen. Er wird Sie nicht im Stich lassen.“ (Seite 102)
Gott sitzt immer noch auf dem Thron. Und er ist gut. Immer. (u. a. Seite 268) Wirklich immer?
Schon öfters habe ich geschrieben, daß ich nicht so recht weiß, wie ich eine angemessene Rezi schreiben soll. Hier bei diesem Buch ist es so, daß ich selbiges eher nicht will. Nicht, weil das Buch so schlecht (oder überhaupt schlecht) wäre, oh nein, ganz im Gegenteil. Das Problem ist, es hat mich persönlich „kalt erwischt“, fast noch mehr, als „Der Tag, der alles veränderte“. Nach Iris Kammerers „Varus“ ist dies in den letzten Jahren das zweite Buch, das mich emotional dermaßen stark berührte, daß mir schon alleine beim Gedanken an den Titel Tränen kommen. Vielleicht, weil Clint am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich. Vielleicht, weil eben jenes Zitat aus dem Buch Hiob, das ich für das Totenbildchen meines Vaters ausgewählt habe, hier an entscheidender Stelle zitiert wird. Vielleicht, weil ein Standardspruch meiner Großmutter an zentraler Stelle im Buch fällt. So Gott will.
Aber manchmal will er eben nicht.
Das zweite Buch der Defender of Hope - Trilogie läßt mich etwas zwiegespalten zurück. Stilistisch schien mir das vorige Buch etwas „runder“ zu sein, flüssiger und weniger aus Einzelszenen bestehend, wie ich hier an einigen Stellen den Eindruck hatte. Auf der anderen Seite empfand ich dieses hier wesentlich dichter an den Protagonisten. Konnte ich im ersten Buch eine gewisse (durchaus angenehme) Distanz halten, so war mir das hier nicht mehr möglich. Unerbittlich wurde ich in die Handlung hineingezogen, habe den beruflichen Druck, der auf den FBI-Agenten lastet, verspürt. Habe mitgetrauert, wenn es wieder mal nicht gereicht hat; sei es beim FBI, sei es im Krebszentrum. Und konnte bisweilen mich auch mitfreuen an den viel zu wenigen schönen Ereignissen. Während sich im Hintergrund bereits die Gewitterwolken zusammenballen, die sich im dritten Teil entladen werden.
Der Focus dieses Buches liegt auf Clint und Sara. Bei den Folgeuntersuchungen einer Schußverletzung wird bei ihm Krebs diagnostiziert. Von heute auf morgen wird sein und das Leben seiner Familie, wie auch der Kollegen, aus der Bahn geworfen. Sara trifft es doppelt, macht sie sich Vorwürfe, daß sie als Onkologin das nicht selbst schon früher diagnostiziert hatte. Während Clint also den Kampf mit dem Krebs aufnimmt, jagen seine Kollegen Steven und Michael einen Serienmörder, der offenbar Katz und Maus mit dem FBI spielt.
Wie schon in „Der Tag, der alles veränderte“ gibt es auch hier immer wieder Kapitel aus der Sicht des Täters. Allerdings ist es hier nur anscheinend klar, wer das ist. Sehr geschickt legt die Autorin falsche Spuren, so daß zumindest ich völlig falsch mit meiner Einschätzung war. So offensichtlich der Täter im ersten Band war, so un-offensichtlich ist er es hier. Wie falsch ich lag, habe ich auch erst bemerkt, als das FBI die Identität entdeckt hat.
Das Buch hat mich mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt genommen, die öfters nach unten denn nach oben ging. Die „Verlustraten“ sind hoch - beim FBI, Abteilung Verbrechen an Kindern, wie auch in der Krebsklinik. Waren im Vorgänger die Entführungen eben unpersönliche Fälle, kamen sie mir hier schon näher. Oder Frank, der nur (im Buch) lebte, um zu sterben. Das war wirklich (emotional) hart zu lesen, und ich mußte teilweise nach 30, 40 Seiten erst mal eine Pause einlegen.
Als Grundthema des Buches gibt die Autorin die Frage an, ob man Gott in wirklich jeder Situation vertrauen kann. Nicht ganz ohne Grund wird einige Male das Buch Hiob zitiert, um schließlich in der geflüsterten Frage: Wie lobe ich Gott, wenn das Leben so wehtut? (Seite 231) zu münden. Immer wieder gelangen die Protagonisten an diesen Punkt, sind kurz vor (oder nach) der Verzweiflung - und müssen doch weitermachen. Diese inneren Konflikte, in denen wohlgemeinte Sprüche nicht mehr weiterhelfen, fand ich persönlich gut und überzeugend dargestellt. Ich konnte mich mit den „Helden“ identifizieren und ihre Zweifel und Nöte verstehen. Sicher ist letztlich bis zu einem gewissen Punkt klar, wie das Buch ausgehen wird. Selbst die Perfekt- und Vollkommenheit Gracias wird (von Hanna) bemängelt. Dennoch erschien es mir persönlich eben nicht übertrieben, sondern die Personen haben (für mich) im gegebenen Rahmen glaubhaft und nachvollziehbar gehandelt. Gerade das hat noch mehr zu der schon erwähnten Nähe beigetragen.
Als ich das Buch zugeklappt habe und im Kopfkino der Schriftzug „The End“ auftauchte, war ich innerlich gleichzeitig aufgewühlt, aber auch ruhig und zufrieden. Im sicheren Bewußtsein, den mir ans Herz gewachsenen Protagonisten noch einmal wieder zu begegnen, in sicherer Vorahnung etlicher schlimmer Dinge, die da wohl ans Tageslicht kommen würden, in unsicherer Hoffnung, wie alles letztlich ausgehen wird. Und schließlich mit der Frage, wie ich es noch rund drei Monate aushalten soll, bis ich weiterlesen kann.
„Ihre Geschichte ist anders als unsere, aber Gott ist derselbe. Sie können ihm vertrauen. Er wird Sie nicht im Stich lassen.“ (Seite 102)










